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Die Wettbewerbsordnung als ordnungspolitisches Kernanliegen

Wettbewerb steht im Zentrum der konstituierenden Prinzipien marktwirtschaftlicher Ordnungen. Nur bei Wettbewerb funktioniert das Preissystem, indem die Preisverhältnisse die Güterknappheit widerspiegeln und deshalb ihre Signal- und Lenkungsfunktion entfalten. Der Wettbewerb sorgt für eine Einkommensverteilung nach Marktleistung und dafür, dass jene Güter angeboten werden, welche die Konsumenten wünschen, und er sorgt für die Anpassung der Wirtschaft, wenn sich Wünsche und Kosten ändern. Seine wichtigste ökonomische Funktion besteht darin, Innovationen, also Neuerungen hervorzubringen. Deshalb kann die Wettbewerbsordnung als Entdeckungsverfahren angesehen werden.

Marktwirtschaft bedeutet Ordnung durch Wettbewerb, nicht aber Ordnung durch Kartelle oder Monopole. Kartellabsprachen werden nicht durch die Gewerbefreiheit bzw. die Vertragsfreiheit gedeckt, denn Gewerbefreiheit heißt, dass dem Einzelnen die Vertragsfreiheit ausschließlich zur Ordnung seiner bilateralen Wirtschaftsbe zieh ungen gewährt wird. Die Ordnung der Marktverhältnisse dagegen darf nicht Unternehmen und ihren Zusammenschlüssen überantwortet werden. Weder eine "laissez-faire" Gesellschaft noch ein von Interessengruppen beherrschter Staat sind mit offenem Leistungswettbewerb vereinbar. Vielmehr bedarf es eines "starken Staats", der über den Einzelinteressen steht und die Spielregeln des Leistungswettbewerbs vorgibt, innerhalb derer die einzelnen über ihre Spielzüge entscheiden.

Wettbewerb und Freiheit sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Wettbewerb ergibt sich aus der Wahrnehmung einer für alle gleichen Handlungsfreiheit unter Regeln, welche die Behinderung der Wettbewerbsfreiheit anderer verbieten.