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Ordnungspolitik in den Finanzmärkten

In einer marktwirtschaftlichen Ordnung erfolgt die Lenkung des Produktionsfaktors Kapital über Angebot und Nachfrage auf den Finanzmärkten, also den Geld- und Kreditmärkten sowie den Devisenmärkten.

Auf dem Kapitalmarkt finanzieren Unternehmen ihre mittel- und langfristigen Investitionen. Hier bieten die Nachfrager von Wertpapieren Kredite an, die Schuldner bieten Wertpapiere an. Finanzmärkte senken Transaktionskosten und ermöglichen damit überhaupt erst eine dynamische Wirtschaftsentwicklung: Viele kleine Kreditangebote können zur Finanzierung hoher Investitionen zusammengefasst werden; unterschiedliche Fristigkeiten der Kreditangebote und der Kredit nachfrage werden abgestimmt; durch Zusammenfassung oder Aufspaltung von Krediten können unterschiedliche Risikobereitschaften der Akteure in Übereinstimmung gebracht werden. Die Ordnungs politik hat die Aufgabe, diese Funktionen der Finanzmärkte sicherzustellen.

Finanzkrisen, also Zahlungsunfähigkeiten und Einbrüche bei den Vermögenswerten, können auf ein Fehlverhalten der Zentralbanken zurückgehen, beispielsweise auf zuviel Liquidität oder zu niedrige Zinsen. Aus ordnungspolitischer Sicht sollte die verantwortliche Zentralbank durch ihre Geldpolitik langfristig für stabile Erwartungen auf den Finanzmärkten sorgen und sich kurzfristiger Interventionen möglichst enthalten.

Auf schlecht geordneten Finanzmärkten hat die Spekulation fatale Auswirkungen. Zur effizienten Ordnung der Finanzmärkte gehören beispielsweise das Konkursrecht und weitere Regulierungen der Haftung von Unternehmen und auch Managern sowie Rechnungslegungsstandards, Eigenkapitalvorschriften und Informationspflichten über verdeckte Risiken moderner Finanzprodukte. Es müssen globale Rahmenbedingungen geschaffen werden, welche die Vorteile internationaler Finanzmärkte erhalten und andererseits exzessive Marktausschläge eindämmen